
... the New York for pensioners? Nein ist es nicht, soviel kann ich schon vorwegnehmen. Ich bin am Freitag mit dem Bus von New York nach Washington gefahren und das war echt eine Erfahrung. Riesiger Reisebus, mit einer netten Begleiterin, die uns dann auch persönlich zum boarding aufgerufen hat. Der Bus hatte sogar w-lan und wir konnten uns entscheiden welchen Film wir auf den zehn riesigen Flatscreens sehen wollten. Ich hatte nach der Ankunft noch knappe vier Stunden bis mich Brian, der Cousin meines Vaters, abholen wollte.

Der erste Eindruck war diese unglaubliche Stille, wenig Verkehr, keine Hektik und sehr wenige Menschen unterwegs - wirklich der komplette Kontrast zu NYC. Es ist aber sehr sauber und am Wochenende wie Ausgestorben, außer natürlich die Massen von Touristen die sich auf der Museumsmeile tummeln. Egal, ist auch mal schön. Ich bin gleich von der Union Station die fünf Minuten zum Capitol gelaufen und stand endlich vor dem Machtzentrum dieses Landes. Ich konnte diesen Moment auch in aller Ruhe genießen, denn außer drei Polizisten war da fast keiner. Zwischen Capitol hill und dem Lincoln Memorial befindet sich die ca. 3 Meilen

lange National Mall, an der sich links und rechts die Museen der Smithoniean Stiftung und viele derGedenkstätten der Stadt reihen. Das Smithonian Air and Space Museum sollte meine erste Anlaufstelle sein und es war genial. Wer mal in Washington sein sollte, für den ist dieses Museum ein absolutes Muss. Alle Meilensteine der Luft- und Raumfahrtgeschichte sind da zu bestaunen, einfach gigantisch.
Um nicht weiter zu langeweilen, zähle ich die Stationen der nächsten Tage nur kurz auf:

National History Museum, National Gallery of Art, Vietnam Veterans Memorial, Korean Veterans Memorial, Washington Memorial, Lincoln Memorial, White House, Holocoust Memorial, National Museum American India und American Art Museum. Das Beste ist eigentlich, das jedes Museum keinen Eintritt kostet und sie waren auch alle gut besucht. Eine Geschichte hab ich aber noch, im Museum für die Geschichte Amerikas war eine Schlange, deren Ende man durch mehrer Raumecken nicht erkennen konnte. Ich dachte mir, muss ja was außergewöhnliches am Ende sein, weil es ja sonst keine Schlangen gab. Nach zehn Minuten

Anstehen bekam ich den Grund des ganzen Andrangs zu Gesicht - Es war die erste Handpuppe von Kermit der Frosch. Manchmal spinnen die Amis wirklich, zehn Minuten stehen für eine Puppe und im Raum für Musikinstrumente, mit vier Stradivari Geigen war ich ganz allein.

Ich habe mir geschworen, hier nochmal hinzukommen - irgendwann, da sich im Umland noch so viel sehenswertes befindet, für das ich jetzt leider keine Zeit gefunden habe.
Am Samstag Abend sind Brian und ich noch nach Manassas, einigen Bürgerkriegsinteressierten vielleicht bekannt, zum Stockcar Rennen gefahren. Sehr nett, kleiner Dorfrundkurs aber Positionskämpf bis zum Schluss. Danach sind wir noch in die Boxengasse und haben uns mit vielen Fahrern unterhalten, hach, muss man einfach mal gesehen haben.
Am Sonntag erfüllte sich dann noch ein langgehegter Traum, ich bin mit einem meiner absoluten Traumautos gefahren: MINI Cooper S Cabrio mit John Cooper works Ausstattung, ein MINI mit 210PS ist einfach mal der Waaahnsinn. Montag morgen ging es dann 4,5 Stunden zurück nach New York und ich fühle mich wieder Zuhause, Stress, Laut und Hektik - schön!

Danke an Brian und Christine für die nette Gastfreundschaft und die festliche Bewirtung.